Das Reutberger Gnadenbild


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Schwester M. Fidelis Weiß
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Kloster Reutberg

 

Nähert  man  sich  von  Bad  Tölz  kommend  auf der B 13 dem Dorf Sachsenkam, wird auf einem Hügel im Norden ein auffälliger, kirchlicher Gebäudekomplex sichtbar. Das ist Kloster Reutberg, heute weithin bekannt wegen seiner herrlichen Lage inmitten des bayerischen Alpenvorlandes. Aus bescheidenen Anfängen hat es sich zu einem stattli­chen Kloster entwickelt, das seit Jahrhunderten ein beliebter Aus­flugsort und eine geschätzte Wallfahrtsstätte ist.

Urs­prünglich stand auf dem Reutberg eine kleine Loretokapelle, die von Graf und Gräfin Papafaba nach einer Wallfahrt nach Loreto in Italien erbaut worden war. Dafür hatte man den schöns­ten Platz für diese Kapelle nördlich von Sachsenkam auf einem Hügel gewählt, wo zuerst der Wald "gereutet" (gerodet) werden musste  - daher  der Name Reutberg. Das von Loreto mitgebrachte Gna­denbild der Gottesmutter wurde in einer Nische an der Ostwand der Kapelle angebracht. Am 26. November 1606 wurde die Einweihung der Kapelle vorgenommen.

Einige Jahre später ließ Gräfin Anna Papafaba neben der Loretokapelle ein kleines Kloster erstel­len und brachte zur Klostergründung 1618 Schwestern aus der Schweiz nach Sachsenkam. Am 12. September 1651 wurde Kloster Reutberg den Franziskanern unterstellt. Mit den Jahren wuchs die Klostergemeinschaft rasch an, und Kloster und Kirche wurden bald zu klein. Am 26. Juli 1729 wurde der Grundstein zu einer erweiterten Klosteranlage gelegt, und am 21. Oktober 1732 konnten die Schwestern in ihr neues Kloster einziehen.                                                       

Während der Säkularisation konnte Reutberg als Aussterbekloster für die Schwestern von Reutberg und vom Bittrichkloster in München weiter beste­hen. Am 2. August 1835 genehmigte König Lud­wig I. den Fortbestand des Klosters.

Die Schwestern gehören dem Regulierten Dritten Orden des Hl. Franziskus an. 

Eine besondere Rolle im Klosterleben spielte die Ordenschwester Maria Fidelis Weiß, die frühere Handarbeitslehrerin und Organistin der Kirche. Die aus Kempten stammende Schwester Fidelis hatte intensive mystische Visionen und starb 1923 im Alter von 40 Jahren bereits im Ruf einer Heiligen. Ihre „außergewöhnliche Frömmigkeit“ wurde erst nach ihrem Tod bekannt. Sie ist in der Klosterkirche beigesetzt. Der Seeligsprechungsprozess wurde bereits 1936 eröffnet. Ihr Grab ist Ziel vieler persönlicher Bittgänge.
Mehr Informationen zum Seligsprechungsprozess von Schwester Maria Fidelis erhalten sie in der Diplomarbeit von H.H. Pfarrer Michael Jakob, der uns dankenswerterweise erlaubt hat, diese hier zu veröffentlichen Download und auf der neuen Homepage www.schwester-fidelis-weiss.de

 

Besonders verehrt wird auch das "Reutberger Christkind", eine Statue des Jesuskindes, die seit 1743 im Klosterbesitz ist und die sich zuvor angeblich ein Jahrhundert in Bethlehem befand.

Mehr zur Geschichte des Kloster Reutberg gibt es in einem Artikel aus dem Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg von Stephanie Haberer. Hier gehts zum Download.