Eindrücke von unserer Pilgerfahrt im Oktober 2014

(Fotos von Sandra Meier)

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Loreto-Pilgerfahrt 2014

 

(Reisebericht von Helmut Rührmair)

1606 wurde nahe Sachsenkam ein Hügel gerodet, um auf dieser Anhöhe eine Loretokapelle zu errichten. Daraus entstand, wie bekannt, unser geschätztes Kloster Reutberg. Es bot sich also an, dass der Verein der Freunde des Klosters Reutberg eine Wallfahrt nach Loreto zu den Wurzeln unseres Klosters organisierte.
Am 3. Oktober war es dann so weit. 36 Pilger stiegen nach dem Reisesegen auf dem Reutberg in den Bus und starteten nach Italien.
Die Fahrt führte uns über den Brenner bis in die alte Universitätsstadt Padua. Dort ist einer der beliebtesten Heiligen unserer Zeit, der hl. Antonius begraben. Wir hatten genügend Zeit, die herrliche Basilika zu besichtigen. Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Gläubigen, die mit den Händen oder mit der Stirn die Marmorplatte am Grab des Heiligen berührten, um ihm ihre Anliegen nahe zu bringen. Eine heilige Messe, die Spiritual Beheim und Pfarrer Weingärtner  gemeinsam zelebrierten, rundete unseren Besuch in der Kirche ab, mit deren Bau im 13. Jahrhundert kurz nach dem Tod des hl. Antonius begonnen worden war.
Am zweiten Tag fuhren wir nach einem zeitigen Frühstück (das Pilgerleben ist hart) entlang der Adriaküste zunächst nach Ravenna (Besichtigung der herrlichen Goldmosaiken in San Apollinare  in   Classe) und näherten uns dann am Nachmittag Loreto. Die mächtige Klosteranlage liegt auf einem kleinen Hügel und beherrscht das Bild des rund 10000 Einwohner zählenden Ortes. Unser Hotel (ein typisches Pilgerhotel) lag sehr zentral. So konnten wir zu Fuß über den großen Vorplatz zur Basilika gelangen. Zahlreiche andere Besucher zeigten uns sehr schnell, dass Loreto zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten Italiens zählt. Im Inneren der prachtvollen Basilika befindet sich die Santa Casa, der Überlieferung nach das Heilige Haus von Nazaret, außen nachträglich prächtig verziert, innen klein und schlicht. Es ist  in den Maßen und in der Gestaltung das Vorbild für die Reutberger Loretokapelle. Wir hatten genügend  Zeit, die Kirche zu betrachten und zu beten. Es waren noch viel mehr Gläubige als in Padua, die vor der Madonna knieten und ihre Anliegen vorbrachten.
Am dritten Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen. Wie an allen Tagen unserer Reise feierten wir eine heilige Messe. Danach konnte jeder für sich nochmals die Basilika, das Heilige Haus oder verschiedene Museen besuchen. Am Nachmittag ging es mit dem Bus zur nahen Adriaküste. Wir konnten bei gutem Wetter die herrliche Landschaft genießen, am Meer entlang spazieren und uns bis zu den Knien ins Wasser trauen.
Am vierten Tag fuhren wir weg vom Meer durch den Apennin nach Assisi. Ähnlich wie Loreto liegt auch das Zentrum von Assisi als Ansammlung von Kirchen und Häusern wie eine Festung auf einer Anhöhe. Natürlich waren wir im Bus von Spritual Beheim längst über die Lebensgeschichte des hl. Franziskus und der hl. Klara informiert worden. So konnten wir sofort die Basilika Santa Chiara besuchen und uns dann durch den Ort zur Basilika San Francesco aufmachen. Dort empfing uns ein deutscher Franziskanerbruder und zeigte uns in einer theologisch und kunsthistorisch sehr versierten Führung  die riesige Kirche mit ihren unendlichen Kunstschätzen. Anders als in Padua und Loreto hatte man in Assisi das Gefühl, vor allem von Touristen umgeben zu sein. Zur Andacht und zum Gebet fand man eigentlich erst beim Besuch der Basilika Sta. Maria degli Angeli in der Unterstadt von Assisi mit der anrührend schlichten Portiuncula Kapelle und der Sterbezelle des hl. Franziskus. Hier standen wir wahrlich  an der Wiege der drei franziskanischen Orden.
Am fünften Tag konnte unser Busfahrer Udo sein Können zeigen. Sicher, schnell und ohne jeden Zwischenfall brachte er uns von Mittelitalien heim nach Sachsenkam. Fünf prallgefüllte, erlebnisreiche, wunderschöne Tage lagen hinter uns. An dieser Stelle ist noch ein ganz herzliches Dankeschön an unseren Reiseleiter fällig. Spiritual Beheim trug mit seinem Humor, seiner unerschütterlichen Geduld, seinem reichen kirchen- und kunstgeschichtlichen Wissen und seinem Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen ganz wesentlich zum Gelingen der Pilgerreise bei.        


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Fotos von Sandra Meier